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My Four Cigarettes

Discussion in 'Life, the Universe and Everything' started by Jamira, Nov 28, 2015.

  1. San just reminded me growing up with yellow/brown ceilings.

    Dad was a near chain smoker. A big, very strong ‘old school’ man who didn’t worry about health or anything much really.

    Never thought he’d stop. When he got older he tried to stop. Hypnosis, acupuncture, nicotine patches: none of them worked.

    It was only when his GP told him he would have to get his leg amputated if he didn’t that he stopped right away!

    Remember as a kid showing off by smoking plain ciggies including Senior Service or the macho Capstan Full Strength. :). But usually stuck to tipped eg. John Players No. 6 or Park Drive at school moving on to eg Embassy King Size and the like when working.

    Oh, with none of the scary images you get on UK cig packets these days!

    Went through a Cigarello (sp?) phase - sort of a cross between cigarettes and cigars.

    Once had 110 cigarettes in 24 hours...might have been a bit longer...all night party.

    Just like the advert ‘You’re never alone with a Strand’ when I had a packet of fags in my pocket I knew there was always a ‘friend’ I could turn to to cheer me up or calm me down.

    Even today, decades later, I have ultra vivid dreams where I wake up in the middle of the night and smoke a cigarette from some I have hidden somewhere.

    Having said that I have equally vivid dreams of having a couple of guns hidden in my flat. One a small, shiny revolver and the other a stonking big pistol that must be some wish-fulfilment dream because it resembles a DOA Rockjacker from PE before they changed the look to a carbine. ;)
     
  2. San

    San

    I didn't want to degrade this thread but since it was already picked up by others decided to add my experience in the briefest possible way. Let's return it to the original owner for the purpose it was meant, philosophizing over the duration of a few cigarettes, whether they are actually smoked or not.
     
  3. Well I was hoping that my post would make interesting reading including to Jamira but maybe not? ;)

    Let’s see how Jamira feels about our interventions. If it were me I’d feel flattered that others had been drawn in to ‘share a cigarette’.
     
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  4. Wistrel

    Wistrel Kick Ass Elf

    Personally I found this an interestibg detour. But sure Jamira will be back with the next cigarette of muse before long
     
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  5. Jamira

    Jamira Samurai Girl

    Cigarette 38

    Again not at the loggia but out at the entrance stairs of the house of good friends, smoking another cigarette. It rains since hours. When rain started, the big tree in front of the stairs offered shelter from rain. Now while rain ceders it does exactly the opposite thing: the rain from clouds is low but the drops from the leaves of the tree increase. The tree is no shelter any longer but became the significant menace.
    This looks like a good picture of many things that happen at the moment around the world.
     
    Last edited: May 16, 2018
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  6. Wistrel

    Wistrel Kick Ass Elf

    Suddenly reminded of this

     
  7. Jamira

    Jamira Samurai Girl

    Cigarette 39

    Out at the loggia, smoking and feeling happy. This evening I stopped Elite Dangerous and didn't watch a movie or TV series. I just sat in front of my new 3D-printer and watched how my digital work became part of the analog real life. It is such a benefit! Making RL things is pretty satisfying. It's simply fascinating.
     
    Last edited: May 24, 2018
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  8. Wistrel

    Wistrel Kick Ass Elf

    Where is the "love" button when one needs it?

    Was pretty pleased when my friend bought be the first thing that I designed myself that had a complex design the other week. OK it was based off a kind of lego that existed in the 80s but still. From design to actual part is awesome feeling.

    Actually on the 3D print thing. My bike broke the other day. Thankfully it is still in warranty and I'm being offered a replacement part. But it has been a nice thought to think, that if they had refused, as a last resort I'd have been able to measure, design and print a replacement part. I'd probably even be able to make it fit the bike better (so it doesn't come loose and snap like the broken part did) - the original part seems fairly generic and was only glued on with some sorta plasticy blob glue stuff.
     
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  9. Jamira

    Jamira Samurai Girl

    Cigarette 40

    Well, it's in german. Hard to translate that stuff.

    Meine Ansicht zu Natur und Leben und Tod

    Ich bin Atheist und halte nichts von Ideen einer irgendwie übergeordneten Kraft. Sei sie passiv oder aktiv. Ich bin der Überzeugung, dass alles was wir kennen und erkennen können, bestimmten Wechselwirkungen unterliegt, die zu physischen Prozessen führen. Elektrisch, mechanisch, biologisch. Vor allem aber chemisch. Die gesamte Biologie beruht auf chemischen und elektrischen Wechselwirkungen, insbesondere im Molekularbereich. Ich rede über das, was wir übergreifend und wenig differenziert als “Natur” bezeichnen.

    Die Natur, über die ich etwas nachdenken möchte, entzieht sich weitgehend unserem Zugriff. Wir können beispielsweise physikalische Grundgesetze nur bedingt oder gar nicht umgehen. Wir können sie nur nutzen. Eine Veränderung von physikalischen Grundgesetzen ist nach aktuellem Erkenntnisstand ausgeschlossen.

    Diese Natur existiert einfach. Sie hat weder Plan noch Ziel. Sie ist weder Fabrik noch Versuchslabor einer übergordneten Instanz. Die Vorgänge, die sich in der Natur abspielen, sind Prozesse, die größtenteils chaotisch aber immer nach bestimmten Regeln ablaufen. Für fast alle dieser Prozesse ist Materie und Energie (Wärme) erforderlich. Nun ist das uns bekannte Universum eigentlich leer und kalt. Der Anteil physisch erfassbarer Materie ist gemessen am Volumen unseres Universums verschwindend gering. Die allgemein vorherrschende Temperatur ist, bis auf wenige, temporär und territorial stark begrenzte Ausnahmen 0 Grad Kelvin. Der absolute Nullpunkt. Da passiert kaum noch etwas.

    In dieser Natur sind Materieansammlungen mit Energiequellen ein Sonderfall. Ausnahmesituationen. In unserem Fall handelt es sich um unser Sonnensystem. Hier sind nun Prozesse möglich, die fast überall im Universum unmöglich sind. Allerdings eben auch nur temporär. Dieses Sonnensystem, das unser Zuhause ist, ist vor einigen Milliarden Jahren entstanden und ist auch nicht ewig haltbar. Aus der Beobachtung anderer Sonnensysteme wissen wir, dass Sonnen einem Alterungsprozess unterliegen und irgendwann kollabieren. Das bedeutet in wohl allen Fällen auch das Ende aller dazugehörigen Planeten. Schon allein deswegen, weil das Gravitationszentrum, um das sie sich bewegen, dann fehlt. Es existiert ein eingebautes Verfallsdatum.

    Ich möchte auch nicht davon sprechen, dass die Natur agiert. Sie handelt eben nicht. Es laufen innerhalb ihrer Grenzen lediglich ausschließlich chaotische Prozesse ab, die gelegentlich Ausnahmeerscheinungen hervorbringen. Zum Beispiel Sonnensysteme, in denen plötzlich andere Prozesse möglich werden, die bei Milliarden weiterer Sonnensysteme im Universum nicht möglich sind. Da es keinen Akteur und keinen Plan gibt, laufen diese Ausnahmeprozesse dann aber tatsächlich ab, wiederum chaotisch, und haben in unserem speziellen Fall die Entstehung biologischen Lebens als Folge.

    Stanislav Lem beschreibt in seinem Buch Summa Technolgiae ein statistisches Experiment: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wassertropfen, fallengelassen aus 6000 Metern Höhe, den Kopf eines Nagels auf einem unserer Gartenmöbel trifft? Antwort: Null. Dennoch wird dieser Nagel bei einem Regenschauer häufig getroffen werden. Eben weil ein Regenschauer aus Milliarden Tropfen besteht, die ziellos harabfallen. Die Anzahl der “Versuche” ist ausreichend groß, damit sich die Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses dramatisch erhöht.

    Nun unternimmt die Natur keine Versuche. Dies würde bewusstes Handeln und gegebenenfalls einen Plan voraussetzen. Es laufen aber unzählige stochastische Prozesse innerhalb der Natur ab. Allesamt auf Grund von chemischen, elektrischen oder mechanischen Wechselwikungen mit Hilfe der Energie der allgegenwärtigen Thermodynamik. Fast alle diese Prozesse haben keine außergewöhnlichen Auswirkungen. Ein Regenschauer im Nachbarort wird Lems Nagel nicht treffen. Schon gar nicht irgendwelche Regenschauer auf anderen Kontinenten. Es regnet fast überall auf der Erde immer mal wieder. Fast alle der Millionen Regenschauer weltweit sind für unseren Nagel völlig bedeutungslos. Dennoch wird dieser Nagel mehrfach im Laufe eines Jahres getroffen. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem er anfängt zu rosten. Eine Veränderung ist eingetreten. Sie bewirkt im Falle des rostenden Nagels, dass er in einem überschaubarem Zeitraum seine Funktion einbüßen wird und schließlich über einen unbedeutend längeren Zeitraum der Auflösung anheim fallen wird. Dieses Beispiel beschreibt sehr schön wie Entwicklung funktioniert. Milliarden zielloser Prozesse führen mitunter zu Veränderungen. Veränderungen initiieren und beeinflussen gelegentlich weitere Prozesse.

    Einer dieser außergewöhnlichen Prozesse war die Entwicklung des Lebens auf unserem Planeten. Bei aller Außergewöhnlichkeit bleibt es jedoch ein natürlicher Prozess mit vielen “Fehlversuchen”. Innerhalb dieses Prozesses ist ein erstaunlich effektiver Mechanismus entstanden: biologisches Leben ist zeitlich stark begrenzt. Man könnte einwerfen, dass alles in der Natur zeitlich begrenzt ist. Das stimmt vielleicht. Sogar für das Universum ansich versuchen Forscher ja ein Anfangsdatum festzulegen und vermuten, dass das Universum nicht ewig bestehen wird. Dennoch ist die Dauer biologischen Lebens deutlich kleiner als das der meisten anderen natürlichen Erscheinungen. Bei manchen Tieren nur wenige Tage (Eintagsfliege) und bei einigen anderen hunderte von Jahren (Schildkröten und Bäume). Aber selbst 100 Jahre sind ein recht kurzer Zeitabschnitt, wenn man die Natur als Ganzes im Blick hat. Hier sprechen wir oft von mehreren Milliarden Jahren (13,8 Milliarden seit dem Urknall). Bisher. Was noch alles kommt, können wir nur grob interpolieren oder überhaupt nicht abschätzen.

    Was also sollte an der, so gesehen, sehr kurzen Lebenszeit biologischer Existenzformen effektiv sein? Es sind die Geschwindigkeit und die Reichhaltigkeit der Evulotion! Wie oben gesagt, kommt es bei den Ergebnissen natürlicher Prozesse auf die Anzahl der “Versuche” an. Und auf die Anzahl der Fehler, die bei der Reproduktion biologischer Existenzen auftreten. Je mehr Fehler bei der Reproduktion auftreten (Mutationen), desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass unter den Veränderungen einige sind, die zu einer sinnvollen Weiterentwicklung führen. Da die Natur nicht planvoll agiert, sondern lediglich blind und passiv geschehen lässt, ist eine erhebliche Anzahl von “Versuchen” erforderlich, bis es wirklich einmal vorwärts geht. Eine “Vorgehensweise”, die einem Ingenieur oder Wissenschaftler Schweißperlen auf der Stirn entstehen lässt.

    In einigen Fällen geht diese Weiterentwicklung einher mit immer höherer Komplexität. Dies betrifft insbesondere die Entwicklung von Nervensystemen und Gehirnen. Diese Systeme funktionieren nicht wie andere Systeme derselben Existenzform. Wie zum Beispiel die Lungen bei Säugetieren, die quasi mit der Geburt voll einsatzbereit sind. Ein Gehirn funktioniert zwar auch sofort, ja sogar bereits vorgeburtlich, benötigt aber einen relativ großen Anteil der gesamten Lebenszeit des Säugetiers um seine eigentliche Bedeutung oder vielmehr Schlagkraft zu erlernen. Dies verlangsamt die Evolution dieser Existenzform, setzt sie andererseits aber in den Stand, erhebliche Vorteile gegenüber anderen Existenzformen zu erlangen und auch besser auf Naturereignisse reagieren zu können.

    Überlebt und weiterentwickelt haben sich unter anderem deshalb biologische Existenzformen komplexer Natur mit mittlerer Lebensdauer. Sie ermöglichen eine höhere Erfolgsquote und können sich anderen Existenzformen gegenüber schneller entwickeln. Daraus resultiert in vielen Fällen eine immer weitreichendere Überlegenheit. Das ändert nichts daran, dass ein zügiges Sterben und das Nachrücken der möglicherweise mutierten Nachfolgegeneration im Sinne der Evolution sinnvoll ist. Wenngleich es nie eine Erfolgsgarantie dafür gibt, dass es tatsächlich besser wird.

    Hier muss ich noch etwas über den natürlichen Tod schreiben.

    Kommen wir zur bislang am weitesten entwickelten biologischen Existenzform, dem Menschen. Vordergründig kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass der Mensch die “Krone der Evulotion” darstellt. Auf Grund der Fähigkeiten seines Gehirns ist der Mensch als einzige Lebensform auf diesem Planeten in der Lage, in komplexer Form über seine eigene Existenz und sein Umfeld zu reflektieren und vor allem mit anderen Exemplaren seiner Spezies darüber zu kommunizieren. Dank Sprache. Rudimentär sind dazu auch andere Säugetiere in der Lage (Delphine, Primaten). Aber bei Weitem nicht in dem Ausmaß wie der Mensch. Kein Affe schreibt Bücher über Kochen oder Ethik. Leider hat diese Möglichkeit dazu geführt, dass Menschen sich als “besonders” oder “beser” einschätzen. Bis vor gar nicht langer Zeit sogar “besser” als “Wilde” in Afrika und “Untermenschen” in Asien. Also Lebewesen der eigenen Art. Dies ist unzweifelhaft auch die Folge einer, historisch betrachtet, ursprünglich sinnvollen religiösen Legendenbildung. Arbeitsteilung und Sozialisierung waren wesentliche Bestandteile der Entwicklung der Menschheit. Ohne sie gäbe es unsere heutige Welt nicht. Menschen schreiben sehr wohl Bücher über Kochen und Ethik. Und andere Menschen lesen diese Bücher, verstehen sie und handeln möglicherweise in Zukunft entsprechend. Oder sie schreiben ihrerseits ein Buch oder einen Artikel, um sich mit dem Inhalt des Buches auseinanderzusetzen.

    Eine wichtige Folge dieser Möglichkeiten ist, dass es, seit Menschen angefangen haben, über ihre Existenz nachzudenken, etwas gibt, das es derartig ausgeprägt bei keiner weiteren Spezies auf diesem Planeten gibt: Transzendenz. Abstrakte Begriffe und Kathegorien. Ich habe bereits zweimal den Begriff “Ethik” verwendet. Als triviales Pendant könnte man “Mode” oder auch neusprachlich “Mainstream” oder “Common Sense” anführen. Diese Begriffe beschreiben Inmaterielles. Etwas, das die Natur nicht hat und auf das sie auch nicht angewiesen ist. Wir sind aber sehr wohl darauf angewiesen. Denn unsere Existenz als Menschheit ist mittlerweile sehr komplex geworden. Wir kommen ohne diese “Werte” nicht mehr aus. Wir benötigen sie als Kriterien und Regeln für unser Zusammenleben und unser Überleben. Die wachsende Komplexität unseres Lebens erfordert sie. Dabei spielt es eine erhebliche Rolle, ob sie für die Mehrheit der Individuen akzeptabel und praktizierbar sind. Was zu durchaus unterschiedlichen Bewertungen führt und im schlimmsten Fall in militärischen Auseinandersetzungen gipfelt.

    Während die Natur also einfach nur vorhanden ist und blinde Prozesse in ihr ablaufen, stülpen wir Menschen einigen dieser Prozesse einen Überbau über, den man im besten Fall als ständig wechselnde geistige Konstrukte bezeichnen kann. Religionen, Ideologien und mittlerweile Produktwerbung sind dabei die wichtigsten Triebkräfte. Was ist davon zu halten?

    Wieder zurück zu Natur und ihrer Sonderform Leben. Tiere jagen und töten andere Tiere, um sich zu ernähren, ihr eigenes Leben zu verteidigen oder sie beeinträchtigen pflanzliches Leben ebenfalls aus Ernährungsgründen. Das dient der Erhaltung der Art. Tiere töten nur in Ausnahmefällen Exemplare der eigenen Art. Es gibt nur eine einzige Art Lebewesen auf diesem Planeten, die andere Motive für das Vernichten und Töten hat: den Menschen. Er vernichtet unbeschreiblich viel pflanzliches und tierisches Leben, verseucht diese wirklich dünne Schicht Luft, die den Planeten umgibt, mit katastrophalen Folgen für das Klima und provoziert mithin zukünftige Flüchtlingsströme, nimmt billigend in Kauf, dass viele Tier- und Pflanzenarten aussterben, weil es ihm wichtig ist, mit Pestiziden, Überfischung und Waldrodungen seinen scheinbaren (finanziellen) Wohlstand zu verbessern. Aber vor allem richtet er seine passiven und aktiven Aussbeutungs- und Tötungsmittel gegen Exemplare der eigenen Art. Das dient nicht der Erhaltung der Art. Es ist unnatürlich! Zur Charakterisierung benutze ich einen weiteren abstrakten Begriff: Es ist pervers.

    Begründet wird dieses perverse Gebaren im Regelfall mit religiösen, ideologischen oder wirtschaftlichen Gründen. “Neger” oder “Untermensch” darf man ja mittlerweile nicht mehr sagen. Das heißt allerdings nicht, dass sich die ethische Einstellung geändert hätte. Es handelt sich lediglich um eine sprachliche Regelung, die mit dem ebenfalls abstrakten Begriff “political correctness” gelobt oder diffamiert wird. Je nach Gusto. Eine ausgesprochen oberflächliche und durch und durch scheinheilige Diskussion ohne wirklichen Gehalt. Gar nicht zu reden von wirksamen Konsequenzen.

    Wir Menschen sind es, die just ihre eigene Lebensgrundlage vernichten und dabei kaum Rücksicht auf andere Lebensformen nehmen. Und dies mit durchaus anzweifelbaren Begründungen und einer hochgradig fadenscheinigen Ethik. Seit mehr als 3000 Jahren waren diese “Werte” sinnvoll, um die Entwicklung der Menschheit in gewissen Bahnen voranzutreiben. Solange ihre Auswirkungen lediglich temporär und territorial begrenzt negative Effekte hatten, war das akzeptabel. Spätestens seit Ende des vergangenen Jahrhunderts hat sich das aber grundlegend geändert. Die negativen Auswirkungen werden immer globaler und teilweise unumkehrbar. Es ist also an der Zeit, die überkommenen Religionen und Ideologien auf den Prüfstand zu stellen. Nicht nur alte Mechanismen funktionieren nicht mehr. Auch alte “Werte” verlieren zunehmend ihre Gültigkeit. Dem muss man nicht nachtrauern oder gar mit Gewalt daran festhalten. Gefragt ist vielmehr eine neue, offene und progressive Ethik. Ein wünschenswerter Vorgang, der durchaus nicht beispiellos ist. Ich erinnere an die Zeit der Aufklärung, beginnend im 18. Jahrhundert. Dieses Ereignis, oder besser, dieser Prozess schuf unter anderem die Grundlagen für die erste industrielle Revolution, der wir essentiell den heutigen Stand der Technik zu verdanken haben. Aber auch die bislang eher verhaltene Emanzipation der Frauen (wenigstens in den meisten Industrieländern).

    Leider sieht es derzeit so aus, als ob wir, erstarrt wie das Häschen im Scheinwerferlicht, in Schockstarre komplett unfähig sind, über eine neue, zeitgemäße oder sogar zukunftsweisende Ethik nachzudenken. Eher im Gegenteil. Rückwärtsgewandte Kräfte, ohne wirkliche Perspektive drängen in die Exekutive. Menschen mit irgendwie religiös oder ideologisch verbrämtem Hintergrund bestimmen über unser Geschick. Hier ist ein drastischer Wandel erforderlich. Jetzt! Alles andere ist zu spät.

    Zu der rein biologischen und technologischen Entwicklung haben sich eine kulturelle und eine politische Entwicklung gesellt. Die Sumerer aus dem Zweistromland sind Schuld! Die haben vor tausenden von Jahren damit angefangen. Sie haben Mathematik und Astronomie betrieben und architektonische Maßstäbe gesetzt. Sie haben eine Schrift entwickelt und auf Tontafeln erste Aufzeichnungen über Steuereinnahmen verewigt. Sie waren mit die ersten wichtigen Gründer eines Staatswesens. Das große Problem, das ab da alles geprägt hat, was staatsgesellschaftliche Zusammenhänge betraf, war die Erklärungsnot für die Ungleichheit der Individuen innerhalb eines solchen Staatswesens. Dazu wurden zunächst Religionen benutzt, später Ideologien. Beide Formen nutzten in weitem Umfang ethische, moralische oder metaphysische Annahmen. Ausnahmslos nichts davon ist “natürlich” auch nur im Entferntesten sinnvoll begründbar. Nichts!

    Ich lebe heute in einem Staatswesen, das sich vordergründig qua Verfassung zu einer Trennung von Religion und Staat bekennt. Die Würde des Menschen und das Recht auf Selbstbestimmung werden explizit in den Vordergrund gestellt. De facto ist es aber so, dass ich unter einer Fremdbestimmung zu leiden habe. Ethisch, ideologisch oder religiös geprägte Menschen bestimmen darüber, wie mein menschliches Leben auszusehen hat. Jener, seit den Sumerern der menschlichen Gesellschaft übergestülpte, ideologisch verbrämte Überbau bedarf einer grundlegenden Änderung. Zweifelsohne ist es im Wesentlichen die Schuld der Katholischen Kirche. Eine absolutistische Ausprägung des ursprünglich eher toleranten Christentums. Selbst die Relativierung durch die Reformation im 16. Jahrhundert mit ihrer Akzeptanz der “Sünde” hat nicht viel gebracht. Das menschliche Leben ist nach wie vor ein “Geschenk Gottes”, ist unveräußerbar und unverhandelbar. Ein Wert ansich.

    Das ist schlicht Blödsinn. Als ich 1954 geboren wurde, hatte ich nicht darum gebeten. Ich war Teil des Prozesses der in der Natur eben abläuft. Siehe oben. Meine Existenz repräsentiert keinen irgendwie gearteteten höheren Wert. Ich habe mein Leben gelebt und hatte in weiten Teilen sogar Spaß daran. Mir ging es nie wirklich schlecht. Ich musste keinen Hunger leiden, ich musste nicht aus Kriegsgebieten flüchten, ich muss keine Folter fürchten. Ich bin mittlerweile Rentner in der Bundesrepublik Deutschland. Mit einer kleinen aber auskömmlichen Rente. Ich muss keine Angst haben. Es gibt aber einige Sachen, die ich dennoch fürchte.

    Ich bin ein intellektuell geprägter Mensch und Maschinenbauingenieur, ein rationaler Techniker eben. Ich wäge ab: ist ein Projekt realisierbar und ist es sinnvoll? Wenn die Antwort auf diese Fragen “Nein” lauten, dann sage ich: “Okay, das mache ich nicht.” Außerdem spiele ich Spiele unterschiedlichster Art. Durchaus auch Zockerspiele. Ich mag es nicht, zu verlieren. Aber wenn es denn so ist, dann kann ich es akzeptieren. “Game over” hat für mich keine schlimme Bedeutung, sondern beschreibt nur einen gegebenen Zustand.

    Dies betrifft aber auch mein eigenes physisches Leben. Sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter wurden im Alter dement. Ich habe gelesen, dass Demenz vereblich ist. Möglicherweise kann es also auch mich ereilen. Ich habe den Prozess der Persönlichkeitsverödung live bei meiner Mutter miterlebt. Sie ist sehr alt geworden, war aber spätestens ab ihrem 85. Lebensjahr nicht mehr die Person, die ich kannte. Sie war irgend etwas. Auf jeden Fall war sie nicht mehr die resolute Pfarrfrau, die sie zuvor immer war. Sie war auch nicht mehr meine Mutter. Sie erkannte mich nicht mehr als ihren Sohn. Wenn wir also von menschlicher Identifikation reden, dann war dies ein Totalverlust. Dieses Individium war schwer beeinträchtigt. Sie war Kampfraucher bis sie schließlich vergaß, dass sie rauchen möchte. Sie ist mit 93 Jahren an Altersschwäche gestorben. Als Unperson. Ihre ursprüngliche Identität war schon lange vorher fast vollständig erloschen.

    Ich bin alkhol- und nikotinabhängig. Meine dominierenden Positionen sind sitzen und liegen. Ich betreibe keinerlei Sport und fahre lieber mit dem Auto anstatt mit dem Fahrrad zu fahren oder zu laufen. Ich bin also ein 1A-Kandidat für einen Herzinfarkt oder Krebs. Mit den entsprechenden Konsequenzen für mein Leben. Dieses Leben, dass ich nicht wollte und auf keinen Fall über die Zeit verlängern möchte. Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist.

    Ich habe dieses mir aufgezwungene, völlig sinnfreie Leben bisher akzeptiert und größtenteils genossen. Ich habe drei Kinder gezeugt, von denen zwei überlebt haben. Mein Beitrag zur Evolution ist geleistet. Ich möchte dieses Leben aber auch beenden können, wenn ich es will. Douglas Adams hat es sehr schön beschrieben mit “Macht’s gut und danke für all den Fisch.” als die Delphine die Erde verlassen. Mein Leben ist nicht wertvoll. Es muss nicht erhalten werden. Weder für mich noch für irgendwelche Angehörige. Irgendwann sterbe ich sowieso. Entweder in Würde ohne Schmerzen oder mit Demenz/Krebs mit Schmerzen und ensprechenden Betäubungsmitteln. Wenn es soweit ist. möchte ich einfach sagen können: “Schluss! Ab hier will ich nicht mehr leben.”

    Langer Rede kurzer Sinn:
    1. Keine lebenserhaltenden Maßnahmen falls mir etwas passiert (Herzinfarkt, Unfall, etc.)
    2. Die Möglichkeit schmerzfrei zu sterben, wenn ich denke, dass es dafür Zeit ist

    Ich habe jetzt schon keine große Lust mehr, weiterzuleben. Ich langweile mich. Die Zukunft der Menschheit interessiert mich ‘nen Scheißdreck. Sie ist eh nur ein Sonderfall der Natur. Es ist nicht meine Zukunft. Und meine Kinder haben Vorstellungen, die grundlegend anders sind als das was ich als “meine Werte” bezeichnen würde. Auf die Welt, in der meine Kinder leben wollen, habe ich Null Bock. Die haben keine oder nur wenig Bücher gelesen. Ist mir alles zu flach und zu rückwärts gewandt. Ich möchte, wenn es keinen Spaß mehr macht, einfach Schluss machen dürfen. Ich hab’s nicht gewollt, hab’s bisher ausgehalten und will um keinen Preis darunter leiden. Oder als mentale Identität wegen Demenz veschwinden.
     
    Last edited: Jul 29, 2018
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  10. San

    San

    This isn't hard to translate, but a piece of work ;) This is hard to translate: https://www.theguardian.com/commentisfree/2011/aug/25/loriot-jokes-language-barrier

    I agree with nearly all of it. Except I'm not done yet. I was at a point to throw it all away, but that was when everybody I was brought up to trust was pulling the rug from under my feet. The thought of letting them win is worse than the feeling of being fed up with this crazy world. What it took was finding a bubble which isn't permanently at odds with your own state of being. And as introvert I don't get bored. All expats who found the same place I found are of that type ;) A house in need of renovation with several hectares of forest attached just went up for sale in the village. Interested? You'd have plenty of stuff to do.
     
    Last edited: Jul 24, 2018
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  11. Jamira

    Jamira Samurai Girl

    I'm fine. Neither need for another bubble (I found my one already: the flat with the loggia) nor quick action. But thanks for the offer ;-) Probably I'll have enough time left to see secularism growing up in Germany. Would be the perfect finale since my father was a lutheran priest. I grew up in this enviroment, filled with crude rules and imaginations. Don't get me wrong. My parents did a lot for me. I learned to value books and political discussions. They saved me from the stupid regime in the former GDR and opened my eyes for wider horizons.

    And yes, as you said: there is plenty of stuff to do and to explore. Nevertheless my life becomes more and more boring. Not a reason to leave it soon. Until now. My fear is about illness and helplessness. That's nothing for me.
     
  12. San

    San

    That's great :) For a while I was worried that mine would only exist virtually. The vultures go out of their way to make you lose hope.

    Secularism growing up? For years now the exact opposite is happening... the only thing which grows rapidly is that 7th century party, protected by ever more Orwellian denials. Not looking good.

    Have you heard about this? You can determine what may or may not be done in terms of medical procedures should you become incapacitated to express your will.
     
  13. I’ve never come across anyone who thinks English humour is better than that of other nationalities.

    And in my experience it’s simply not the case.

    It’s the media I think that stereotypes in order to be controversial and sell more newspapers.

    I haven’t met many German people but some very funny football commentators and financial experts on TV.

    Some very humourless English people also.

    I’ve not read Jamira’s long post in German yet but I will have to due to curiosity.
     
  14.  

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